Alles wird „smarter“!

Es scheint,  als ob heute alles smarter wird – vom Fernseher, übers Gebäude, der Kommunikations-Technologien oder den Versorgungsnetze. Nun sollen auch Städte smarter werden. Was steckt hinter diesem Begriff?

Städte, insbesondere Grossstädte stehen weltweit in verschiedenster Hinsicht vor grossen Herausforderungen.  Bezüglich des Ressourcenverbrauchs sind Sie aktuell für 2/3 des Energieverbrauchs und für 70-80 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der Bundesrat hat dies erkannt und sieht grosse Potentiale zur Verbesserung der Situation von urbanen Räumen bzgl. Effizienz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. Bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050  wird heute Städten und Gemeinden eine grosse  Bedeutung zugemessen.

In Europa werden Städte, dann als smart bezeichnet, wenn Sie ihre Aufgaben mittels eines partizipativen Ansatzes unter Einbezug  verschiedenster Anspruchsgruppen und mit der Nutzung von neuen Technologien zu lösen versuchen.  Dabei müssen Massnahmen und Initiativen im Bereich der Wirtschaft, Mobilität, Energie und Umwelt, des Wohnens und der Gesellschaft angestossen werden.

Die neuen Ansätze sollen dazu führen, dass Initiativen schon im Voraus ganzheitlich und intersektoriell betrachtet und geplant werden, damit durch Synergien die Effizienzpotentiale möglichst umfassend genutzt werden.
Der Bund versucht solche Initiativen anzuregen und möchte die meist aufwendigere Planungsphase auch konkret unterstützen.
Dies mit dem Ziel, dass unsere Städte und Agglomerationen auch angesichts neuer Herausforderungen zukunftsfähig bleiben.

Für die Schweiz wird folgende Definition einer "Smart City" vorgeschlagen:

Smart City bezeichnet eine Stadt, welche

  • systematisch Informations- und Kommunikationstechologien sowie ressourcenschonende Technologien einsetzt, um den Weg hin zu einer postfossilen Gesellschaft zu beschreiten
  • sich langfristig von Öl und andere fossilen Energieträgern unabhängig macht
  • neue Technologien im Bereich Infrastruktur, Gebäude, Mobilität, etc. intelligent vernetzt, um Ressource (Energie, Wasser, etc.) hocheffizient zu nutzen
  • zukunftsfähige Mobilitätsformen und infrastrukturelle Voraussetzungen antizipiert und realisiert
  • integrierte (Stadt-)Planungsprozesse forciert (z.B. integrierte Energieplanung)
  • die Platz für Innovationen und Erprobung von neuen Ideen schafft (Cleantech)
  • im Sinne von "Good Governance" Management-Systeme einsetzt, die ein optimales Führen der einzelnen Bereiche ermöglicht und welche - im Sinne eines umfassenden Controllings - die Entwicklung messbar, verifizierbar und rapportierbar machen
  • die entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen bereitstellt.

Kennzeichen von einer Smart City ist die Integration und Vernetzung dieser Bereiche, um die so erzielbaren ökologischen und sozialen Verbesserungspotenziale zu realisieren.

Zusammenfassend:

"Eine Smart City bietet ihren Bewohnern maximale Lebensqualität bei minimalem Ressourcenverbrauch dank einer intelligenten Verknüpfung von Infrastruktursystemen (Transport, Energie, Kommunikation, etc.) auf unterschiedlichen hierarchischen Stufen (Gebäude, Quartier, Stadt).

"Intelligent" ist in diesem Zusammenhang nicht automatisch mit "IT" gleichzusetzen. Bei ähnlicher Performance sind passive oder selbstregulierende Mechanismen den aktiv geregelten Ansätzen vorzuziehen."

(P. Richner, EMPA)

Smart City ist kein neues Label, sondern bezeichnet ein vertieftes Engagement in der Erweiterung der bestehenden Aktivitäten und Projekte einer fortschrittlichen Energiestadt. Für Energiestädte wird hier eine weitere Fördermöglichkeit für ihre innovativen und "smarten" Projekte zur Erreichung ihrer ambitionierten Ziele angeboten.

 

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